
Bambus-Lexikon: Das Nachschlagewerk für Terrassendielen, Fassaden & Zäune
Bambus-Lexikon: Alles, was Sie über Bambus als Baumaterial wissen müssen
Von A wie Ausdehnung bis Z wie Zaunbau — unser Bambus-Lexikon beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Bambus als modernen Baustoff für Terrassen, Fassaden und Zäune. Praxisnah, verständlich und ohne Fach-Chinesisch.
B — Brinell-Härte
Die Brinell-Härte misst den Widerstand eines Materials gegen das Eindringen einer Stahlkugel. Hochverdichteter Bambus erreicht einen Wert von 9,7 — zum Vergleich: Eiche liegt bei 3,4 und Teak bei 3,1. Diese Härte macht Bambusdielen extrem widerstandsfähig gegen Kratzer, Absätze, Möbelfüße und andere Alltagsbelastungen. Im Außenbereich ist das ein echter Vorteil, denn hier wird das Material deutlich stärker beansprucht als ein Wohnzimmerparkett.
C — Closed Decking
Das Closed-Decking-System bezeichnet eine Verlegevariante mit besonders schmalen Fugen von nur 3 mm. Das Ergebnis erinnert an hochwertiges Parkett — nur eben im Außenbereich. Closed Decking ist die erste Wahl, wenn ein elegantes, geschlossenes Fugenbild gewünscht ist. In der gehobenen Gastronomie und Hotellerie hat sich diese Variante als Standard etabliert.
D — Dauerhaftigkeitsklasse
Die europäische Norm EN 350-2 teilt Hölzer und holzähnliche Materialien in fünf Dauerhaftigkeitsklassen ein. Klasse 1 steht für „sehr dauerhaft“ und entspricht einer Lebensdauer von über 25 Jahren im Außenbereich. Hochverdichteter Bambus erreicht diese höchste Klassifizierung — gleichauf mit den besten Tropenhölzern, aber ohne deren ökologische Nachteile. Zum Vergleich: Douglasie erreicht nur Klasse 3 bis 4, was einer Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren entspricht.
E — Erosionsschutz
Bambuspflanzen entwickeln ein außergewöhnlich dichtes Wurzelwerk, das Böden wirksam vor Erosion schützt. In den Anbauregionen dienen Bambuspflanzungen gezielt der Hangstabilisierung. Dieser ökologische Nebeneffekt ist einer der Gründe, warum nachhaltiger Bambusanbau nicht nur dem Klima nützt, sondern auch die lokalen Ökosysteme stärkt.
F — Fassadensysteme
Neben Terrassendielen eignet sich hochverdichteter Bambus hervorragend als Fassadenverkleidung. Bambus-Fassadensysteme bieten eine natürliche Optik mit der Langlebigkeit eines Hightech-Materials. Die hohe UV-Beständigkeit sorgt dafür, dass die Fassade über Jahre hinweg ihr Erscheinungsbild bewahrt. In der modernen Architektur werden Bambusfassaden zunehmend als nachhaltige Alternative zu Aluminium- oder Kunststoffverkleidungen eingesetzt.
F — FSC-Zertifizierung
Das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) garantiert, dass der verwendete Rohstoff aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft stammt. Bei Bambus bedeutet das: kontrollierter Anbau ohne Raubbau, Einhaltung sozialer Standards und Schutz der Biodiversität in den Anbauregionen. Achten Sie beim Kauf von Bambusprodukten auf dieses Siegel — es ist der verlässlichste Nachweis für echte Nachhaltigkeit.
G — Gefälle
Jede Terrasse im Außenbereich braucht ein Gefälle für die Entwässerung. Bei Bambusterrassen empfehlen sich mindestens 2 Prozent — das entspricht 2 cm pro Meter Terrassenlänge. Das Gefälle sollte vom Gebäude weg führen und wird idealerweise bereits bei der Unterkonstruktion berücksichtigt.
H — HCS-Verfahren
HCS steht für „High Compressed Strands“ und beschreibt das Verfahren, mit dem aus Bambusfasern ein hochdichtes Baumaterial entsteht. Die Fasern werden unter präzise kontrolliertem Druck und Temperatur gepresst. Dabei wird dem Material der natürliche Zucker entzogen, was es resistent gegen Pilzbefall macht. Das HCS-Verfahren wurde über drei Jahrzehnte perfektioniert und ist der Grund, warum moderner Hochleistungsbambus nichts mehr mit dem weichen Bambus gemeinsam hat, den die meisten Menschen kennen.
K — CO₂-Bilanz
Bambus hat eine der besten CO₂-Bilanzen aller Baumaterialien. Ein Bambuswald speichert bis zu sechsmal mehr Kohlendioxid als ein vergleichbarer Baumbestand. Selbst nach Verarbeitung und Transport bleiben hochwertige Bambusprodukte CO₂-negativ — das heißt, sie haben in ihrer gesamten Lebenszeit mehr CO₂ gebunden, als bei ihrer Herstellung und ihrem Transport freigesetzt wurde.
M — Materialdichte
Die Materialdichte von HCS-Bambus liegt bei etwa 1.250 kg/m³. Zum Vergleich: Eichenholz kommt auf rund 700 kg/m³. Diese hohe Dichte ist der Schlüssel zu den überlegenen Materialeigenschaften — von der Härte über die Formstabilität bis hin zur minimalen Feuchtigkeitsaufnahme von unter 0,3 Prozent.
P — Pflegeöl
Für Bambusprodukte im Außenbereich gibt es ein speziell entwickeltes Pflegeöl, das als wasserbasierte Dünnschichtlasur funktioniert. Herkömmliche Holzöle oder Speiseöle sind ungeeignet — sie verbinden sich nicht mit der dichten Oberflächenstruktur des Bambus und bieten weder Schutz noch Trocknung. Das Bambus-Pflegeöl wird in Deutschland produziert und schützt gleichzeitig vor UV-Strahlung und Witterung, während es den natürlichen Farbton auffrischt.
R — Rutschfestigkeit
Bambusterrassendielen erreichen die Bewertungsgruppe R12 nach DIN 51097 und DIN 51130 — das ist der Standard für rutschhemmende Oberflächen. Überraschend: Die glatte Seite der Dielen ist sogar rutschhemmender als die profilierte. Auf der profilierten Seite können sich Pollen, Schmutz oder Frost leichter festsetzen, was die Griffigkeit zeitweise reduzieren kann.
T — Top-Clip
Der Top-Clip ist das Herzstück der verdeckten Montage. Er greift in die seitlichen Nuten der Bambusdielen und wird auf der Unterkonstruktion verschraubt. Das Ergebnis: Keine sichtbaren Schrauben auf der Oberfläche, ein gleichmäßiges Fugenbild und eine einfache, schnelle Verlegung. Eine Packung mit 100 Clips reicht für etwa 5,5 Quadratmeter Terrassenfläche.
U — Unterkonstruktion
Die Unterkonstruktion ist das tragende Gerüst unter den Terrassendielen. Sie kann aus Bambusprofilen (40 x 40 mm) oder Aluminiumprofilen bestehen. Aluminium bietet absolute Formstabilität und ist wartungsfrei, Bambus harmoniert optisch besser mit dem Deckbelag. Der empfohlene Achsabstand der Traglatten liegt bei maximal 40 cm. Zwischen Untergrund und Unterkonstruktion gehören Drainage-Elemente oder Stelzlager für Belüftung und Höhenausgleich.
V — Vergrauung
Wie jedes Naturmaterial verändert auch Bambus unter UV-Einfluss seine Farbe. Der entscheidende Unterschied zu Holz: Die Vergrauung bleibt bei Bambus oberflächlich und dringt dank der hohen Materialdichte nicht ins Innere des Materials ein. Durch regelmäßige Pflege mit dem Bambus-Pflegeöl lässt sich der ursprüngliche Farbton vollständig wiederherstellen. Bei stärkerer Vergrauung hilft eine Vorbehandlung mit dem aMbooo Cleaner oder ein leichtes Anschleifen.
Z — Zaunsysteme
Hochverdichteter Bambus eignet sich nicht nur für Terrassen und Fassaden, sondern auch für Sichtschutz- und Zaunsysteme. Bambuszäune vereinen natürliche Optik mit extremer Langlebigkeit und dem Vorteil, dass sie — anders als Holzzäune — nicht regelmäßig gestrichen werden müssen. Als generationsübergreifende Lösung sind sie eine elegante Alternative zu herkömmlichen Holz- oder Kunststoffzäunen.
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